Tinnitus-Behandlung mit Stammzellen | Swiss Medica

Tinnitus-Behandlung mit Stammzellen

Einleitung

Ca. 360 Millionen Menschen weltweit leiden unter einem Hörverlust — der häufigsten sensorischen Störung bei Menschen. Diese Störung wird hauptsächlich durch die Schädigung der Haarzellen und Neuronen des inneren Ohrs verursacht. Bei einigen Patienten kann ein Hörverlust zu einem Tinnitus führen. Etwa 90% aller Fälle chronischen Tinnitus’ stehen in Zusammenhang mit einer mehr oder minder schwer ausgeprägten sensorineuralen Schwerhörigkeit. Einige Patienten hören Geräusche wie Klingeln, Klicken, Zischen, Summen oder Rauschen ohne dass eine entsprechende Quelle des Geräusches vorhanden ist.

Ein Tinnitus manifestiert sich in einem nervigen Geräusch wie Klingeln, Klicken, Brummen, Zischen, Summen oder Rauschen
ohne entsprechende externe Geräuschquelle.

Folgende Gründe können für die Entwicklung eines Tinnitus verantwortlich sein:

Übliche GründeAndere physische Zustände und ErkrankungenMedikamente
Laute Geräusche
Altersbedingter Hörverlust
Ohrenschmalz-Verstopfung
Veränderungen des Ohrknöchelchens
Kopf- oder Halsverletzungen oder Tumore
Dysfunktion der Eustachischen Röhre
Muskelkrämpfe im inneren Ohr
Meniere Krankheit
Probleme mit dem Kiefergelenk
Akustikusneurinomen
Gefäßerkrankungen (Atherosklerose, Zustand nach Schlaganfall, etc.)
Hoher oder niedriger Blutdruck
Osteochondrose
Arteriovenöse Malformation (AVM)
Antibiotika (Polymyxin B, Erythromycin, Vancomycin, Neomycin)
Chemotherapeutika (Methotrexate, Cisplatin, Carboplatin)
Diuretika (Bumetanide, Ethacrynic-Säure, Furosemide)
ChininAspirin (bei hohen Dosierungen; 8 bis 12 Tabletten pro Tag)
Antidepressiva (Fluoxetine, Sertraline, Paroxetine, Citalopram hydrobromide, Fluvoxamine)

Dieses Video zeigt die Mechanismen eines Tinnitus, der durch sehr intensive Geräusche verursacht wurde. Wegen der fehlenden Verbindung der Haarzellen und dem Hörnerv erhält die Nervenfaser keine normale Stimulation und beginnt sich selbst zu stimulieren, indem er Signale an das Gehirn sendet, die dort als pfeifendes Geräusch wahrgenommen werden.

Aktuelle Ansätze, einen Tinnitus zu therapieren

Derzeit gibt es keine anerkannte Methode, einen Tinnitus vollständig zu heilen. Es ist lediglich möglich, die Schwere der Erkrankung und die durch sie entstehenden Beeinträchtigungen zu mildern. Schlaffördernde und stressreduzierende Maßnahmen sowie senken des Koffein- und Alkoholkonsums helfen, die mit einem Tinnitus assoziierten Probleme wie Schlaflosigkeit, Angstzustände und Depressionen zu lindern.

Die im Folgenden aufgelisteten Strategien können Menschen helfen, mit einem Tinnitus besser umzugehen:

Achtsamkeitstechniken

Eine Kognitive Verhaltenstherapie (Cognitive Behavioral Therapy — CBT) ist erwiesener Maßen eine der effektivsten Möglichkeiten, die Beschwerden, die durch einen Tinnitus zu reduzieren und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Entspannungstechniken und -übungen als Teil einer CBT können auch dabei helfen, Stress- und Angstzustände zu lindern, die die wahrgenommene Intensität des Tinnitus verschärfen können.

Achtsamkeitsübungen wie Entspannung und Meditation helfen dabei, die Intensität eines Tinnitus zu mindern.
Achtsamkeitsübungen wie Entspannung und Meditation helfen dabei, die Intensität eines Tinnitus zu mindern.

Medikationen und Nahrungsergänzungsmittel

Die Verabreichung von Melatonin und Antidepressiva in Kombination mit einer konservativen Behandlung kann Symptome des Tinnitus verbessern; Schlaflosigkeit und emotionale Antwort (Genervtheit/Ärger) werden minimiert.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass Vitamin B12, Zink und Magnesium ebenfalls eine Linderung des Tinnitus bewirken können.

Schallverstärkung

Einigen Patienten helfen Hörgeräte, spezielle Tinnitus-Maskierer und Weißrauschen-Erzeuger. Sie können das Phantomgeräusch durch ein verstärktes Ambient-Geräusch oder das Erzeugen von Weißrauschen maskieren.

Es gibt auch einige experimentelle Therapien wie beispielsweise die repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), die elektrische Signale benutzen, um die Aktivität derjenigen Hirnzellen zu mindern, die das Phantomgeräusch erzeugen.

Stammzellentherapie als vielversprechender Ansatz bei der Tinnitusbehandlung

Rezente Entwicklungen in der Stammzelltechnologie bieten neue Möglichkeiten, Taubheit zu behandeln. In wissenschaftlichen Experimenten benutzten Forscher menschliche Stammzellen, um geschädigte Haarzellen wiederherzustellen und Schäden an dem Hörnerv bei tauben Tieren zu reparieren und ihnen damit ihr Gehör wiederzugeben.

Hierauf und auf ähnlichen Studien basierend wurde eine Methodologie für die Implementation in die klinische Praxis entwickelt.

Die moderne Methode für den Einsatz von Stammzellen in der Tinnitus-Behandlung ist eine intravenöse Übertragung und postotische Injektion (lokaler Einsatz hinter dem betroffenen Ohr) adulter mesenchymaler Stammzellen (MSCs) aus verschiedenen Quellen — Knochenmark, Fettgewebe, Plazenta und Nabelschnur. Sie werden in umfangreichem Stil eingesetzt und für die Behandlung u.a. orthopädischer, autoimmuner und neurologischer Erkrankungen sowie Herzerkrankungen wegen ihres heilenden und regenerativen Potentials weiter erforscht.

Während der Therapie können mesenchymale Stammzellen intravenös oder lokal oder über beide Wege verabreicht werden.
Während der Therapie können mesenchymale Stammzellen intravenös oder lokal oder über beide Wege verabreicht werden.

Es konnte gezeigt werden, dass systematisch injizierte MSCs bevorzugt zu dem Ort der Verletzung wander und die Heilung befördern. Sie sind involviert in biologische Schlüsselprozesse wie die Regeneration von Geweben, Wundheilung, Angiogenese, die Modulation des Immunsystems und anderen Systemen.

Welche Ergebnisse können erwartet werden?

Die neuroprotektiven, immunmodulierenden und die allgemeine Gesundheit fördernden Eigenschaften einer Stammzelltherapie können dabei helfen, die Qualität eines Patienten mit Tinnitus zu verbessern, indem sie:

  • das störende Geräusch dämpfen
  • das Gehör verbessern
  • Stress reduzieren
  • Angst mindern
  • eine generelle Verbesserung des gesundheitlichen Zustands befördern.

Attention

Behandlungsergebnisse und Berichte von Patienten, die sich einer Tinnitus-Behandlung mit Stammzellen unterzogen haben

Patient aus Serbien, 36 Jahre alt.

Diagnose: Tinnitus auf dem linken Ohr, verursacht durch einen Gehörsturz.

Dauer: 6 Monate.

Behandlung: Gespendete Stammzellen, neurogenetisch- induzierte Therapie, Nahrungsergänzungsmittel.

Behandlungsergebnisse:

  • Linderung des Tinnitus
  • Keine Nebenwirkungen

“Bei mir wurde vor 6 Monaten ein Tinnitus diagnostiziert, der durch einen Hörsturz oder ein lautes Geräusch auf der Seite meines linken Ohres verursacht wurde und ja, nach einigen Nachforschungen entschied ich mich für eine Behandlung mit Stammzellen, um mein Problem zu lösen oder zumindest zu verbessern. Swiss Medica ist wirklich darauf fokussiert, deinen Zustand zu verbessern; nicht nur dir Stammzellen zu verkaufen. Das ist ein großer Vorteil, wenn du das mal mit anderen Stammzellkliniken vergleichst. Das Team war großartig, sehr professionell mit vielen Erfahrungen und ich hatte jeden Tag das Gefühl, dass sie tatsächlich versuchen, mein Problem zu lösen und nicht nur Stammzellen an mich verkaufen, um mich wieder nach Hause schicken zu können. Ja, ich würde Stammzellen definitiv weiterempfehlen. Also, es sind nicht nur die Stammzellen; du kriegst ein paar andere Nährstoffe, Aminosäuren, einige Medikamente, die die Neurogenese veranlassen und das neurologische Problem beseitigen, das dein Tinnitus ist.”TitleDescriptionVisualText Text on the buttonGet consultationSend requestDoctoradmin (Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD)admin (Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD)

Stammzelltherapie — die Prozedur bei einem Tinnitus

Sowohl autologe MSCs als auch Spenderzellen (aus der Plazenta und/ oder der Nabelschnur) können für die Behandlung eines Tinnitus benutzt werden. Stammzellen werden intravenös durch einen IV-Tropf verabreicht. Die Stammzellen werden unter lokaler Betäubung gesammelt und dann zu spezifischen Zellprodukten — SVF (stromale Gefäßfraktion) — weiterentwickelt, die über optimale Behandlungseigenschaften verfügen. SVF wird lokal injiziert, um einen gezielten Einfluss auf den problematischen Bereich auszuüben. Daher erhält der Patient zwei verschiedene Injektionen von Zellprodukten.

Um die bestmöglichen Behandlungsergebnisse zu erzielen, werden den Patienten zusätzliche Therapien angeboten wie zum Beispiel:

  • Transkranielle Gehirnstimulation (MDM),
  • Intrazelluläre-Metabolismus-Erholung (IMR) Therapie,
  • Xenon Gas Therapie,
  • Elektromyostimulation,
  • Intervall Hypoxia-Hyperoxia Therapie,

und wahlweise einige andere.

Das Behandlungsprogramm ist auf den Patienten zugeschnitten, wobei Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse und den allgemeinen Gesundheitszustand genommen wird. Eingeschlossen sind bei uns Beratungen von Spezialisten in Neurologie, Neurorehabilitation, Psychologie und Ernährung, wenn nötig.

Potentielle Nebenwirkungen und Kontraindikationen einer Stammzelltherapie

Eine stammzellbasierte Therapie wird normalerweise von den meisten Patienten gut vertragen. Sehr selten treten lokale Nebenwirkungen bei dem Sammeln der Zellen oder bei der Injektion auf. Kurzfristiges Fieber wurde in weniger als 5% aller Patienten beobachtet, die sich spontan wieder erholten.

Es gibt bestimmte Kontraindikationen einer Stammzelltherapie, die folgende Punkte umfassen:

  • bösartige Tumore und/ oder lebensgefährliche oder terminale gesundheitliche Zustände,
  • bereits vorhandene schlechte Erfahrungen mit Zellprodukten,
  • infektiöse Erkrankungen im akuten Stadium,
  • einige Abnormalitäten bei Bluttests.

Schwangere oder stillende Frauen sowie Menschen mit mentalen Störungen und Abhängigkeiten düften keine Stammzelltherapie in Anspruch nehmen.

Wann kann ein Patient eine Verbesserung erwarten?

Ca. anderthalb bis drei Monate sind nötig, bis sich die vollen Effekte einer Stammzelltherapie entfalten können. Erste Anzeichen einer Verbesserung können bereits eine Woche nach der Behandlung bemerkt werden. Ein abschließendes Urteil über die Ergebnisse der Therapie kann meist sechs Monate nach der Behandlung gefasst werden.

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Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD

Medical Advisor, Swiss Medica doctor


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