Behandlung der peptischen Ulkuskrankheit mit Stammzellen

Bei einem Magengeschwür handelt es sich um einen Riss in der inneren Auskleidung des oberen Teils des Darms oder des Magens, der im Wesentlichen zu einem Magen-Darm-Geschwür führt. Das ist eine Krankheit, die im schlimmsten Fall ernsthafte Unannehmlichkeiten oder Schmerzen verursachen kann. Es besteht auch die Gefahr einer Perforation, wenn es schlimm wird.

Es gibt viele Medikamente, die eingesetzt werden können, um die peptische Ulkuskrankheit zu behandeln, allerdings können diese bei manchen Patienten nicht vollständig helfen. In schwereren Fällen kann eine chirurgische Behandlung in Betracht gezogen werden. Es ist jedoch verständlich, dass manche Menschen dies vermeiden möchten, insbesondere wegen des Risikos eines erneuten Auftretens. Glücklicherweise haben Tierstudien gezeigt, dass die Verwendung von Magenstammzellen die Heilung solcher Geschwüre beschleunigen kann.

In diesem Artikel werden Magengeschwüre ausführlich behandelt. Wir werden auch auf die üblichen Behandlungsmöglichkeiten für diese Krankheit eingehen, sowie auch auf die Behandlung mittels Stammzellen.

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Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD

Medical Advisor, Swiss Medica doctor


Was ist die peptische Ulkuskrankheit?

Bei der peptischen Ulkuskrankheit handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die von Geschwüren gekennzeichnet ist, die sich in der inneren Auskleidung des Magens und des oberen Abschnitts des Dünndarms entwickeln.

Unter normalen Umständen entwickeln sich keine Geschwüre, weil die Innenseite des Magens von einer schützenden Schleimschicht ausgekleidet ist. Jede Krankheit, die zu einer Verarmung dieser Schicht führt, erhöht jedoch das Risiko einer Schädigung durch die Magensäure. Das wiederum führt zur Entwicklung von Geschwüren.

Arten von Magengeschwüren

Je nach Lage des Geschwürs im Magen-Darm-Trakt können Magengeschwüre in zwei Arten unterteilt werden:

  1. Magenulkus: Das Geschwür tritt im Magen auf.
  2. Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni): Das Geschwür tritt im oberen Bereich des Dünndarms (dem Zwölffingerdarm, auch Duodenum genannt) auf.

Aufgrund des Unterschieds in der Lage zeigen diese Geschwüre in der Regel unterschiedliche Symptome. Anhand dieser kann ein Arzt die Lage des Geschwürs bestimmen, bevor weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Magengeschwüre können überall im Magen auftreten, sowie auch im oberen Teil des Dünndarms – im Zwölffingerdarm.

Symptome der Erkrankung

In Abhängigkeit des Alters des Patienten und der Lage des Geschwürs können sich die Symptome, die Patienten erleben, unterscheiden. Beide Arten von Magengeschwüren zeigen jedoch einige gemeinsame Symptome. Die folgenden Symptome werden festgestellt:

  • Unterleibsschmerzen: Bei der peptischen Ulkuskrankheit handelt es sich speziell um epigastrische Schmerzen, da sie im obersten mittleren Bereich des Bauches auftreten. Es handelt sich um ein Symptom, das mit den Mahlzeiten zusammenhängt und das sich bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren zeitlich unterscheidet. Während einer Mahlzeit werden die epigastrischen Schmerzen bei Magengeschwüren durch die Produktion von Säure beim Eintritt der Nahrung in den Magen so stark ausgeprägt. Die Säure reizt das Geschwür, was zu Schmerzen führt. Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür scheint eine Mahlzeit die Schmerzen zu lindern, da sich der Magenpförtnermuskel (der „Ausgang“ des Magens) schließt, um den Mageninhalt zu konzentrieren, so dass die Säure nicht in den Zwölffingerdarm gelangt. Einige Stunden nach der Mahlzeit, wenn die Nahrung verdaut ist und der Magen die verdaute Nahrung und die Säure in den Zwölffingerdarm abgibt, werden die Schmerzen jedoch deutlich spürbar.
  • Geblähter Bauch und Völlegefühl im Magen.
  • Gewichtsverlust, für gewöhnlich begleitet von Appetitlosigkeit.
  • Erbrechen von Blut, auch als Hämatemesis bekannt. Das erbrochene Blut kommt für gewöhnlich aus dem Magenulkus und der geschädigten Speiseröhre.
  • Die Fäkalien des Patienten sind in der Regel dunkelgrün oder schwärzlich und riechen aufgrund des oxidierten Eisens des metabolisierten Hämoglobins übel.
  • In seltenen Fällen führt ein Magengeschwür zu einer Perforation des Magens oder Zwölffingerdarms. Dies verursacht eine akute Peritonitis und erfordert einen sofortigen chirurgischen Eingriff.

Ursachen der peptischen Ulkuskrankheit

Helicobacter pylori, der Mikroorganismus, der am häufigsten für die Entstehung von Magengeschwüren verantwortlich ist.

Es gibt unterschiedliche Faktoren und Elemente, die zur Entwicklung eines Magengeschwürs beitragen können. Dazu zählen die folgenden:

  1. Helicobacter pylori, ein Bakterium, wird mit beiden Arten von Magengeschwüren in Verbindung gebracht. Dieses verursacht mehr als 50 % des Wiederauftretens bei beiden Arten von Geschwüren. Trotz des Vorhandenseins von H. pylori-Antikörpern im Serum ist das Immunsystem nicht in der Lage, Infektionen durch H. pylori, das den vorderen Teil der Magenschleimhaut besiedelt, zu bekämpfen und zu beseitigen. Das resultiert zu chronischen Entzündungen, die häufig zu Gastritis führen. Eine Gastritis begünstigt dann die Entstehung von Geschwüren.
  2. Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sind ein wichtiger Faktor, der zu Magengeschwüren führt. NSAR wie Ibuprofen und Aspirin blockieren das Enzym, das für die Ausschüttung von Prostaglandinen verantwortlich ist, die zum Schutz der Magenschleimhaut beitragen, indem sie diese zur Bildung einer Schleimschicht anregen. In diesem Fall ist die Magenschleimhaut nicht mehr vor der Magensäure geschützt, was schließlich zu einem Geschwür führt.
  3. Es gibt einige eher ungewöhnliche Ursachen für Magengeschwüre, die in Betracht gezogen werden sollten. Dazu zählen:
  • regelmäßiger Tabakkonsum
  • Zollinger-Ellison-Syndrom
  • Leberzirrhose
  • Stress aufgrund einer schweren Krankheit
  • Behçet-Krankheit
  • Morbus Crohn

Diagnose der peptischen Ulkuskrankheit

Magengeschwüre können traditionell klinisch diagnostiziert werden. Das heißt, anhand der Symptome, die der Patient aufweist. In der Regel führen die Ärzte eine empirische Behandlung auf der Grundlage der vorliegenden Anzeichen und Symptome durch. 

Wenn die Krankheit nicht abklingt, werden Laboruntersuchungen und andere diagnostische Verfahren durchgeführt.

  1. Test auf H. pylori-Antikörper im Serum oder Plasma. Es handelt sich nicht um einen Bestätigungstest, da dieser Test nicht zwischen einer aktuellen und einer früheren Infektion unterscheidet. Ein Bluttest kann auch ein falsch-negatives Ergebnis zeigen, wenn der Patient bestimmte Medikamente einnimmt, bspw. einige Antibiotika und Protonenpumpenhemmer.
  2. Bestätigungstests: Endoskopie oder Röntgenaufnahmen mit Bariumkontrast.
  3. Direkte Erkennung: H. pylori kann mittels Harnstoff-Atemtest nachgewiesen werden. Er kann auch aus der direkten Kultur der Ösophagogastroduodenoskopie-Biopsieprobe (ÖGD) isoliert werden. Die Urease-Aktivität von H. pylori kann mittels Urease-Test überprüft werden. 
  4. Zu weiteren Tests zählen Stuhlantigentests und histologische Verfahren mit Färbung und Untersuchung der ÖGD-Biopsie.

Die Prognose der Krankheit

Die Prognose für Patienten mit der peptischen Ulkuskrankheit ist in den meisten Fällen sehr gut. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die Ursache der Krankheit entsprechend behandelt wird. Das ermöglicht eine angemessene Heilung und ein niedriges Risiko des Wiederauftretens. Viele Patienten halten sich jedoch nicht an die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, so dass es häufig zu einem Wiederauftreten kommt.

Das Risiko des Wiederauftretens kann niedrig gehalten werden, wenn die Patienten Folgendes vermeiden:

  • Alkoholkonsum
  • Tabakrauchen
  • NSAR-Einnahme

Glücklicherweise ist das Risiko einer durch NSAR verursachten Perforation relativ gering und damit ist auch die Sterblichkeitsrate entsprechend niedrig.

Übliche Behandlung von Magengeschwüren

Unter herkömmlichen Umständen werden Magengeschwüre empirisch behandelt. Das bedeutet, dass der Arzt anhand der Krankengeschichte des Patienten ein geeignetes Medikament verschreiben kann, ohne dass spezielle Untersuchungen erforderlich sind.

Im Folgenden werden die gängigen Behandlungsmodalitäten für die peptische Ulkuskrankheit beschrieben:

  1. Antazida oder H2-Antagonisten: Diese können bei Kindern eingesetzt werden, die Symptome eines Geschwürs aufweisen.
  2. Prostaglandin-Analoga zusammen mit NSAR zur Vermeidung von Magengeschwüren.
  3. Verschreibung von Medikamenten, welche die Säurebildung verringern, bspw. H2-Antagonisten und Protonenpumpenhemmer.
  4. Behandlung einer H. pylori-Infektion: Diese wird mit dem so genannten „Triple Regimen“ behandelt: einer Kombination aus zwei Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer.
  5. Chirurgische Eingriffe werden bei wiederauftretenden Magengeschwüren durchgeführt, wenn keine Behandlungsform greift oder in der Notversorgung perforierter Magengeschwüre.

Die bisherigen Forschungsarbeiten zur Verwendung von Magenstammzellen in der Behandlung von Magengeschwüren geben Anlass zur Hoffnung, dass die Behandlung der peptischen Ulkuskrankheit einfacher wird.

Wie kann die Stammzellentherapie Patienten mit schmerzhaften Magengeschwüren helfen?

Einige Forscher haben herausgefunden, dass das Risiko der Entwicklung von Magengeschwüren mit dem Alter zunimmt und dass einige Faktoren, wie bspw. eine verminderte Fähigkeit, Verletzungen zu heilen, ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Zellen, die die Schleimhaut heilen, sind Magenstammzellen. Wenn diese gesund und dazu fähig sind, ihre Aufgaben zu erfüllen, kann das Ergebnis verbessert werden.

Die Verwendung von Stammzellen in der Magenulkus-Behandlung kann die Heilung ernsthaft verbessern. Dies wiederum verringert die Beschwerden und Symptome, die Patienten fühlen.

Von jungen Mäusen isolierte Magenstammzellen wurden experimentell in ältere Mäuse mit einem Magengeschwür transplantiert. Die transplantierten Zellen, die die Zellen an der verletzten Stelle ersetzten, wurden beobachtet und es konnte festgestellt werden, dass sie den Heilungsprozess beschleunigten. Eine Studie an Schweinen zeigte ebenfalls den gleichen Nutzen bei der Heilung von Geschwüren. Transplantierte Stammzellen verringerten die lokalen Entzündungen und verbesserten die Re-Epithelisierung, was zur Genesung führte.

Daraus lässt sich schließen, dass Stammzellen, die in der erforderlichen Anzahl gewonnen und kultiviert werden, zur Verbesserung der Heilungsrate bei Patienten mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt werden können.

Vorteile der Stammzellentherapie bei Magengeschwüren

In einer Tierstudie wurden Magenperforationen bei Ratten genäht und mit mesenchymalen Stammzellen injiziert. Es stellte sich heraus, dass diese Injektion eine erhebliche Verbesserung in der Heilungsrate dieser Perforationen verursachte. Zudem zeigte sich, dass diese Heilung im Vergleich zu anderen Behandlungsmethoden, die in der Studie verwendet wurden, eine geringe Wundadhäsion und die geringste Rate an Wundzerfall aufweist.

Darüber hinaus zeigte die Untersuchung auf zellulärer Ebene, dass die Gruppen, die Stammzellen im Magen erhielten, weniger Entzündungen und eine stärkere Re-Epithelisierung aufwiesen.

Eine weitere Tierstudie deutet darauf hin, dass die antioxidative Aktivität der mesenchymalen Stammzellen ein weiterer Faktor sein könnte, der zum vorteilhaften Verhalten dieser Stammzellen im Magen beiträgt.

Trotz dieser Vorteile ist es wichtig, dass die Patienten verstehen, dass die Verbesserung durch die Stammzellentherapie nicht zu 100 % garantiert werden kann. Alle Patienten sind verschieden und viele stellen positive Veränderungen durch die Stammzellen fest, die den Magen heilen. Es sollte also immer bedacht werden, dass das Ausmaß dieser Verbesserungen variieren kann.

Wie sicher ist die Stammzellentherapie bei Magengeschwüren?

Obwohl es nicht viele Studien gibt, die sich mit dem Austausch von Magenstammzellen durch andere Stammzellen zur Förderung der Magenheilung befassen, haben Tierstudien ein gewisses Maß an Sicherheit mit minimalen Nebenwirkungen gezeigt.

Ein systematisches Review aus dem Jahr 2018 kam zur Schlussfolgerung, dass die Behandlung von Magengeschwüren mit aus Fettgewebe stammenden Stammzellen sicher und trotzdem nützlich ist. Grundlage hierfür waren die Ergebnisse von insgesamt 23 Studien.

Um das beste Verständnis davon zu haben, wie gut die Stammzellentherapie zur Behandlung der peptischen Ulkuskrankheit geeignet ist, sollte am besten mit Fachkräften des Gesundheitswesens zu sprechen, die in dieser Hinsicht Experten sind. Wenden Sie sich an uns, um eine kostenlose Online-Beratung zu erhalten. Hier können Sie Ihre drängenden Fragen und Bedenken loswerden, Antworten erhalten und mehr über die Stammzellenbehandlung erfahren.

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Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD

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