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Erste Anzeichen von ALS: Symptome, die viele Menschen schon vor der Diagnose bemerken

Eine Tasse, die sich plötzlich schwerer halten lässt, wiederholtes Stolpern über denselben Fuß oder eine Aussprache, die zunehmend undeutlicher wird, lassen sich anfangs leicht als Kleinigkeit abtun. Wenn solche Veränderungen jedoch anhalten und sich allmählich verschlimmern, können sie erste Symptome von ALS sein. Diese Beschwerden können jedoch auch viele andere Ursachen haben, sodass ein einzelnes Anzeichen allein die Diagnose nicht bestätigen kann.

Terminologischer Hinweis: In den USA ist ALS auch unter dem Namen Lou-Gehrig-Krankheit bekannt, benannt nach dem US-amerikanischen Baseballspieler, bei dem die Erkrankung diagnostiziert wurde. Verweise auf frühe Erscheinungsformen bzw. Frühsymptome der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) in diesem Artikel beziehen sich daher auch auf die frühen Symptome der Lou-Gehrig-Krankheit. Aus Gründen der Einheitlichkeit verwenden wir im gesamten Artikel überwiegend die Abkürzung „ALS”.

Was sind die ersten Anzeichen und Symptome von ALS?

Bevor wir auf die einzelnen Erscheinungsformen eingehen, zeigt die folgende Tabelle, was Betroffene anfangs häufig bemerken:

Zuerst betroffener BereichALS-Frühsymptome: Was Betroffene früh bemerken können
Hand oder ArmGegenstände fallen lassen, schwacher Griff, Schwierigkeiten mit Knöpfen oder Schlüsseln
Bein oder FußStolpern, Fußheberschwäche, Schwierigkeiten beim Treppensteigen
SprechmuskulaturUndeutliche, verlangsamte, näselnde oder verwaschene Sprache
SchluckmuskulaturVerschlucken, Husten beim Trinken, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Kontrollieren des Speichels
Muskulatur insgesamtZuckungen, Krämpfe, Steifheit oder sichtbarer Muskelschwund

Anhaltende, fortschreitende Muskelschwäche ist jedoch in der Regel kennzeichnender für die Erkrankung als ein einzelnes Zucken, ein Krampf oder ein kurzer Moment der Ungeschicklichkeit.

Anhaltende Muskelschwäche, die nicht von selbst verschwindet: eines der ersten Symptome von ALS

Eines der ersten Anzeichen kann sein, dass eine vertraute Bewegung nicht mehr so leicht gelingt wie früher. Vielleicht bemerken Sie, dass eine Hand nicht mehr richtig zugreift, ein Bein sich weniger zuverlässig anfühlt oder eine einfache Alltagstätigkeit plötzlich mehr Konzentration und Kraft erfordert.

Anders als gewöhnliche Erschöpfung nach körperlicher Anstrengung halten frühe ALS-Symptome in der Regel an, verschlimmern sich allmählich und beginnen, bestimmte Tätigkeiten zu beeinträchtigen, statt sich durch Ruhe zu bessern.

Handschwäche und Verlust der Feinmotorik

Eine Schwäche in der Hand fühlt sich anfangs oft eher wie ungewohnte Ungeschicklichkeit an als wie ein offensichtlicher Kraftverlust. Möglicherweise lassen Sie häufiger eine Tasse fallen, haben Mühe, Knöpfe zu schließen, finden es schwerer, einen Schlüssel zu drehen, oder bemerken, dass Ihre Handschrift unregelmäßiger geworden ist.

Loss of thenar eminence
ALS beginnt häufig in einer Hand. Mit der Zeit können die Muskeln zwischen den Fingern oder an der Basis des Daumens der betroffenen Hand allmählich an Volumen verlieren und sichtbar dünner wirken.
Hinweis: Geringe Größenunterschiede der Muskulatur zwischen beiden Händen sind häufig und in der Regel normal. Die Abbildung veranschaulicht den fortschreitenden Muskelabbau derselben Hand im zeitlichen Verlauf und nicht den Unterschied zwischen zwei Händen.

Fußheberschwäche, Stolpern und Veränderungen beim Gehen

Bei ALS können Veränderungen beim Gehen damit beginnen, dass sich ein Fuß nicht mehr richtig anheben lässt. Wenn die Muskeln, die den Vorderfuß heben, schwächer werden, können die Zehen bei jedem Schritt nachschleifen – man bleibt an Teppichen hängen, stolpert auf ebenem Boden oder fühlt sich auf Treppen weniger sicher. Frühe Symptome betreffen häufig nur eine Körperseite, sodass sich ein Bein weniger verlässlich anfühlt als das andere.

Muskelzuckungen, Krämpfe und Steifheit

Muskelzuckungen können beunruhigend wirken, besonders wenn man sich bereits Sorgen um mögliche ALS-Frühsymptome macht. Zuckungen allein sind jedoch häufig und können durch Stress, Erschöpfung, körperliche Anstrengung oder Koffein ausgelöst werden. Klinisch bedeutsamer wird es, wenn Zuckungen zusammen mit anhaltender Schwäche, sichtbarem Muskelschwund oder zunehmenden Schwierigkeiten beim Einsatz desselben Körperteils auftreten. Manche Menschen bemerken zudem häufige Krämpfe oder ein wachsendes Gefühl von Steifheit in ihrer Muskulatur.

Verwaschene Sprache oder Veränderungen der Stimme

Veränderungen der Sprache entwickeln sich häufig allmählich. Wörter können weniger deutlich werden, das Sprechtempo kann sich verlangsamen, oder die Stimme kann näselnder klingen. Wenn die am Sprechen beteiligten Muskeln schwächer werden, haben Familienmitglieder oder Freunde möglicherweise zunehmend Mühe, Sie zu verstehen, und Sie bemerken vielleicht, dass Sie sich häufiger wiederholen müssen.

Schwierigkeiten beim Kauen, Schlucken oder mit dem Speichelfluss

Manche Menschen husten beim Trinken von Wasser, brauchen mehr Zeit zum Kauen und Schlucken oder haben das Gefühl, dass Nahrung nicht mehr so reibungslos gleitet wie früher. Besonders Flüssigkeiten können schwer zu handhaben sein. Auch der Speichel kann schwerer zu schlucken werden – nicht unbedingt, weil der Körper mehr davon produziert, sondern weil geschwächte Zungen- und Rachenmuskeln ihn nicht mehr so wirksam bewegen können. Diese Symptome erfordern eine rasche ärztliche Abklärung, da Schluckstörungen das Risiko für Verschlucken, Aspiration, Dehydrierung und Mangelernährung erhöhen können.

Warum Erfahrungen mit den ersten Symptomen von ALS so unterschiedlich sein können

ALS beginnt nicht bei allen Menschen auf die gleiche Weise. Die Frage „Wie beginnt ALS?“ lässt sich daher nicht für alle Betroffenen einheitlich beantworten: Entscheidend ist, welche Gruppe von Motoneuronen zuerst betroffen ist.

Die eine Person bemerkt vielleicht, dass eine Hand weniger zuverlässig geworden ist, eine andere beginnt über einen Fuß zu stolpern, während jemand anderes zuerst Veränderungen beim Sprechen oder Schlucken bemerkt. Diese Vielfalt ist einer der Gründe, warum die Erkrankung nicht immer sofort erkannt wird.

ALS mit Beginn in den Gliedmaßen (Limb-Onset-ALS)

Wenn ALS in einem Arm, einer Hand, einem Bein oder Fuß beginnt, spricht man von Limb-Onset-ALS. Zunächst haben Sie vielleicht das Gefühl, dass eine Gliedmaße nicht mehr so reagiert wie gewohnt. Eine Hand verliert ihren Griff, Gegenstände rutschen häufiger, oder ein Fuß bleibt beim Gehen am Boden hängen. Da die Schwäche häufig auf einer Seite beginnt, kann es sich anfangs eher wie ein lokales Gelenk-, Muskel- oder Nervenproblem anfühlen als wie eine neurologische Erkrankung.

ALS mit Beginn in der Bulbärmuskulatur (Bulbar-Onset-ALS)

Bulbär beginnende ALS betrifft die Muskeln, die zum Sprechen, Kauen und Schlucken benötigt werden. Eines der allerersten Anzeichen kann sein, dass Wörter schwerer auszusprechen sind, die Stimme anders klingt oder Sie von anderen Menschen häufiger gebeten werden, sich zu wiederholen. Trinken kann Husten auslösen, und Mahlzeiten dauern möglicherweise länger. Im Vergleich zu ALS, die mit Schwäche in Arm oder Bein beginnt, geht die bulbär beginnende Form häufig mit einem schnelleren Verlauf und einer ungünstigeren Prognose einher, wobei der Verlauf im Einzelfall stark variieren kann. Da Sprache, Schlucken, Ernährung und Atmung frühzeitig betroffen sein können, sind eine rasche neurologische Abklärung und eine begleitende Versorgung besonders wichtig.

Warum der Ort der ersten Symptome von ALS eine Rolle spielt

Wo die Symptome beginnen, beeinflusst sowohl das, was Sie bemerken, als auch, welche Erkrankungen Ärzte zunächst in Betracht ziehen. Eine Schwäche in der Hand kann anfangs an ein Karpaltunnelsyndrom oder ein anderes Nervenproblem erinnern, während Veränderungen beim Sprechen oder Schlucken Ärzte dazu veranlassen können, einen Schlaganfall, strukturelle Störungen oder andere neurologische Erkrankungen abzuklären.

Der Ort der ersten Symptome allein bestimmt die Diagnose nicht. Ärzte berücksichtigen auch, ob die Schwäche fortschreitet, ob weitere Muskelgruppen betroffen werden und was die neurologische Untersuchung sowie diagnostische Tests ergeben. Plötzliche Veränderungen beim Sprechen oder Schlucken erfordern eine dringende Abklärung, da sie eher auf einen Schlaganfall als auf ALS hindeuten können.

In welchem Alter beginnt ALS meist?

ALS beginnt am häufigsten im mittleren bis späteren Erwachsenenalter. Die meisten Menschen, bei denen die Erkrankung auftritt, sind zwischen 40 und 70 Jahre alt; das Durchschnittsalter bei der Diagnose liegt bei etwa 55 Jahren. ALS kann jedoch auch bei jüngeren und älteren Erwachsenen auftreten. 

Kann ALS vor dem 40. Lebensjahr beginnen?

Obwohl ALS häufiger im späteren Erwachsenenalter diagnostiziert wird, kommen auch früh beginnende Fälle vor – insbesondere bei Menschen mit familiärer Vorbelastung oder bestimmten genetischen Markern, die mit der Erkrankung in Verbindung stehen.

Sind die Frühsymptome von ALS bei jüngeren Erwachsenen anders?

Jüngere Menschen gehen anfangs häufig davon aus, dass Schwäche, Krämpfe oder eine verminderte Koordination von selbst wieder vergehen, während Ärzte zunächst häufigere Erklärungen wie eine Sportverletzung oder einen eingeklemmten Nerv in Betracht ziehen. Da ALS bei jüngeren Erwachsenen selten ist, kann die Diagnose länger dauern, wenn die Symptome mild sind oder häufigeren muskuloskelettalen oder neurologischen Erkrankungen ähneln.

Sind die frühen Symptome bei Patientinnen anders?

Es gibt keine diagnostischen Symptome, die ausschließlich bei Frauen auftreten. Die frühen Anzeichen von ALS bei Patientinnen sind im Grunde dieselben wie bei Männern: fortschreitende Schwäche und Funktionsverlust. Die Mayo Clinic weist zwar auf Unterschiede in der Häufigkeit nach Geschlecht und Alter hin – ALS tritt vor dem 65. Lebensjahr bei Männern etwas häufiger auf, wobei sich dieser Unterschied nach dem 70. Lebensjahr angleicht –, das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen ein eigenständiges Symptommuster aufweisen.

Für Ärzte, die Frauen auf mögliche frühe Anzeichen von ALS untersuchen, ist es entscheidend, auf die allgemeingültigen Warnzeichen eines fortschreitenden Abbaus der Motoneuronen zu achten.

Wann spricht ein Symptom eher für oder gegen ALS?

Wenn Menschen Veränderungen der Muskelkraft, Beweglichkeit oder Koordination bemerken, ist es naheliegend, sich Fragen zu stellen. Ärzte beurteilen ALS nie anhand eines einzelnen Symptoms. Sie betrachten die Kombination der Symptome, ihren Verlauf über die Zeit und ihre Auswirkungen auf den Alltag, um die Situation einzuordnen und zu entscheiden, ob eine weitere Abklärung notwendig ist. Mögliche erste Symptome von ALS müssen daher immer im Gesamtbild und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Der Verlauf zählt mehr als ein einzelnes Symptom

Eine besorgniserregende Schwäche hält in der Regel an, verschlimmert sich und beeinträchtigt zunehmend die Funktion. Frühe Anzeichen und Symptome von ALS treten nicht nur für ein paar Tage auf, um dann vollständig zu verschwinden. Die stetig fortschreitende Muskelschwäche ist ein charakteristisches Merkmal der Erkrankung.

ALS beginnt häufig nur in einem Bereich des Körpers

Wie beginnt ALS? Zu Beginn der Erkrankung sind die Symptome meist asymmetrisch oder lokal begrenzt. Eine Hand, ein Fuß oder isolierte Sprech- und Schluckmuskeln können zuerst betroffen sein, bevor sich die Schwäche auf weitere Körperregionen ausbreitet.

Symptome, die ALS in der Regel nicht verursacht

Wichtiger Hinweis: Taubheitsgefühle und Kribbeln zählen in der Regel nicht zu den frühen Anzeichen, da ALS in erster Linie die motorischen und nicht die sensorischen Nervenzellen betrifft.

Auch im weiteren Verlauf der Erkrankung bleiben Empfindungsvermögen, Blasenkontrolle und Augenbewegungen in der Regel unbeeinträchtigt. Die ALS Association weist ausdrücklich darauf hin, dass Tastsinn und andere Sinneswahrnehmungen unverändert bleiben. Individuelle Beschwerden erfordern jedoch stets eine gründliche fachärztliche Abklärung.

Erkrankungen, die frühen ALS-Symptomen ähneln können

Da die ersten Symptome oft unspezifisch sind, kommen bei der Abklärung mehrere andere Erkrankungen infrage. Die folgende Tabelle zeigt häufige Überschneidungen und Anhaltspunkte, die auf eine andere Ursache hindeuten können – auch wenn Symptome allein eine Diagnose weder bestätigen noch ausschließen können.

Erkrankung oder SymptomWie es den Frühsymptomen der amyotrophen Lateralsklerose/ALS ähneln kannAnhaltspunkte für eine andere Ursache
Gutartige MuskelzuckungenMuskelzuckungen oder Krämpfe können ALS-typischen Faszikulationen ähneln.Die Zuckungen gehen nicht mit fortschreitender Schwäche, Muskelschwund oder einem Verlust alltäglicher Funktionen einher.
Eingeklemmter Nerv oder WirbelsäulenerkrankungEine Nervenkompression kann Schwäche, Muskelschwund, Krämpfe oder Schwierigkeiten beim Einsatz einer Gliedmaße verursachen.Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Symptome, die dem Verlauf eines bestimmten Nervs folgen, sprechen eher für ein Nerven- oder Wirbelsäulenproblem.
Multiple Sklerose (MS)MS kann Muskelschwäche, Steifheit, Gleichgewichtsprobleme und Veränderungen beim Gehen verursachen.Sehstörungen, sensorische Symptome, Episoden mit Besserung und Rückfällen sowie Läsionen im zentralen Nervensystem können auf MS hindeuten.
Periphere NeuropathiePeriphere Neuropathie kann zu Fußschwäche, Gleichgewichtsstörungen und in manchen Fällen zu Muskelschwund führen.Brennen, Taubheit, Kribbeln, vermindertes Empfinden oder Symptome, die beide Füße oder Hände betreffen, sind typischer für eine periphere Nervenschädigung.

ALS-Muskelzuckungen im Vergleich zu gutartigen Zuckungen

Fast jeder erlebt irgendwann Muskelzuckungen. Das benigne Faszikulationssyndrom kann Muskelzuckungen in verschiedenen Körperregionen verursachen; dabei fehlen jedoch die fortschreitende Schwäche und der Muskelschwund, die für die ersten Symptome von ALS kennzeichnend sind.

ALS im Vergleich zu einem eingeklemmten Nerv oder Wirbelsäulenproblem

Ein Bandscheibenvorfall kann eine ausgeprägte Schwäche in einer Gliedmaße verursachen. Wirbelsäulenprobleme gehen jedoch meist mit Schmerzen, Taubheit und Kribbeln einher – sensorischen Symptomen, die für ALS untypisch sind.

ALS im Vergleich zu MS und peripherer Neuropathie

Multiple Sklerose und Neuropathien können erhebliche Mobilitätseinschränkungen und Schwäche verursachen. Ein Vergleich von MS und Neuropathie zeigt einen entscheidenden Unterschied: Beide Erkrankungen gehen häufig mit sensorischen Symptomen (Brennen, Taubheit, Sehverlust) einher und können schubförmig verlaufen, während ALS durch einen stetigen motorischen Abbau gekennzeichnet ist. Symptome allein können diese Erkrankungen nicht zuverlässig unterscheiden; eine klinische Untersuchung ist unerlässlich.

Wann sollten Sie wegen möglicher erster Symptome von ALS einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie den Verdacht haben, erste Symptome zu bemerken, ist eine rasche ärztliche Abklärung für Klarheit und Versorgungsplanung entscheidend.

Symptome, die zeitnah ärztlich abgeklärt werden sollten

Veränderungen, die anhalten, sich allmählich verschlimmern oder Alltagstätigkeiten zu beeinträchtigen beginnen, sollten nicht ignoriert werden. Vereinbaren Sie eine ärztliche Untersuchung, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • fortschreitende Schwäche in einer Hand, einem Arm, Bein oder Fuß;
  • wiederholtes Stolpern, unerklärliche Stürze oder eine neu aufgetretene Fußheberschwäche;
  • eine Sprache, die verwaschen oder zunehmend schwer verständlich geworden ist;
  • Schwierigkeiten beim Schlucken, Husten während der Mahlzeiten oder Verschlucken an Flüssigkeiten;
  • sichtbare Ausdünnung oder Schwund eines Muskels;
  • anhaltende Zuckungen begleitet von Schwäche oder Funktionsverlust;
  • neu aufgetretene oder sich verschlimmernde Atembeschwerden.

Wichtig: Erhebliches Verschlucken, plötzliche oder schwere Atemnot oder sich rasch entwickelnde Sprech- oder Schluckstörungen können eine dringende ärztliche Versorgung erfordern und nicht nur einen Routinetermin.

Was Sie vor dem Termin festhalten sollten

Da Erfahrungen mit den ersten Symptomen von ALS sehr unterschiedlich sein können, hilft eine kurze Aufzeichnung des Beginns und weiteren Verlaufs dem Neurologen, das individuelle Muster besser zu verstehen. Notieren Sie sich vor dem Termin:

  • wann Sie das Symptom zum ersten Mal bemerkt haben;
  • welcher Körperteil zuerst betroffen war;
  • ob das Symptom konstant ist oder kommt und geht;
  • ob es im Laufe der Zeit auffälliger geworden ist;
  • welche Alltagstätigkeiten schwieriger geworden sind;
  • ob Sie zusätzlich Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln verspüren;
  • welche Medikamente Sie derzeit einnehmen und welche Erkrankungen Sie kürzlich hatten;
  • jede relevante neurologische Erkrankung in Ihrer Familie.

Diese Angaben können allein keine Diagnose stellen, helfen dem Arzt jedoch zu entscheiden, welche Untersuchungen und Tests sinnvoll sein könnten.

Wie diagnostizieren Ärzte ALS?

Es gibt keinen einzelnen Test, der bestätigen kann, ob bei einer Person erste Symptome von ALS vorliegen. Laut der ALS Association stützt sich die Diagnose auf eine umfassende Anamnese, eine körperliche Untersuchung und Tests, mit denen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen werden.

Neurologische Untersuchung und Anamnese

Ein Neurologe prüft Muskelkraft, Reflexe, Muskeltonus und Koordination. Er achtet auf Muskelschwund und Faszikulationen, beurteilt Sprache und Schlucken und erfasst den Verlauf der Symptome.

EMG und Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen

Ein Elektromyogramm (EMG) und eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung sind wichtige Instrumente bei der Abklärung von ALS. Diese Tests erfassen die elektrische Aktivität der Muskeln und messen die Fähigkeit der Nerven, Impulse weiterzuleiten. Sie können ALS zwar nicht eigenständig „bestätigen”, zeigen jedoch Muster einer Schädigung der Motoneuronen, die stark auf die Erkrankung hindeuten.

Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen

Um sicherzustellen, dass keine andere, behandelbare Erkrankung die Symptome verursacht, ordnen Ärzte häufig ein MRT an, um Rückenmarkstumoren oder Bandscheibenvorfälle auszuschließen. Blut- und Urinuntersuchungen sowie gelegentlich eine Lumbalpunktion oder genetische Tests kommen zum Einsatz, wenn dies klinisch angezeigt ist.

Warum es keinen einzelnen Test für ALS gibt

Da ALS Symptome mit zahlreichen anderen neurologischen Erkrankungen teilt, ist der Ausschluss dieser Erkrankungen ebenso wichtig wie der Nachweis einer Schädigung der Motoneuronen. Es wird dringend empfohlen, nach einer vorläufigen Diagnose eine fachärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Was geschieht nach einer ALS-Diagnose?

Nach einer ALS-Diagnose konzentriert sich die Versorgung darauf, die Funktionsfähigkeit so weit wie möglich zu erhalten, Symptome zu lindern und die Sicherheit, den Komfort und die Selbstständigkeit der betroffenen Person zu unterstützen.

Behandlung, die das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise verlangsamen kann

Es gibt derzeit keine Heilung für ALS, doch zugelassene Medikamente können bei manchen Patienten dazu beitragen, den funktionellen Abbau zu verlangsamen oder das Überleben zu verlängern. Welche Behandlung gewählt wird, hängt von den frühen Symptomen der Erkrankung, ihrer Art und ihrem Stadium, dem allgemeinen Gesundheitszustand der Person sowie der Verfügbarkeit bestimmter Medikamente im jeweiligen Land ab.

Multidisziplinäre Unterstützung bei ALS

Medikamente sind nur ein Teil der ALS-Versorgung. Da ALS Bewegung, Sprache, Schlucken, Atmung und Ernährung beeinträchtigen kann, wird die Behandlung meist von einem multidisziplinären Team koordiniert und an die sich verändernden Bedürfnisse der Patienten angepasst.

Je nach Symptomatik können Patienten eine Überwachung der Atemfunktion, Unterstützung bei Ernährung und Schlucken, Physiotherapie, Ergotherapie, Kommunikationshilfen, Mobilitätshilfen und psychologische Unterstützung benötigen.

Warum frühzeitige Planung wichtig ist

Im Verlauf beeinträchtigt ALS allmählich Bewegung, Sprache, Schlucken und Atmung, wobei sich sowohl die ersten Symptome von ALS als auch Geschwindigkeit und Muster des weiteren Krankheitsverlaufs von Person zu Person unterscheiden können. Eine frühzeitige Planung kann dazu beitragen, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten, indem künftige Kommunikations- und Mobilitätsbedürfnisse vorausschauend berücksichtigt und unterstützende Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt eingeführt werden.

Dazu können Kommunikationsgeräte, Mobilitätshilfen, Anpassungen der Wohnsituation, Ernährungsunterstützung und eine begleitende Atemtherapie gehören – noch bevor erhebliche Schwierigkeiten auftreten. Ein vorausschauendes Vorgehen erleichtert häufig die Anpassung an veränderte Bedürfnisse, trägt zum Erhalt der Lebensqualität bei und kann den Stress verringern, der mit wichtigen Entscheidungen einhergeht.

Stammzelltherapie bei ALS: Was ist bisher bekannt?

Das Interesse an alternativen Therapieansätzen bei ALS, einschließlich zellbasierter Behandlungen, ist in den letzten Jahren gewachsen. Diese Ansätze sollen das biologische Umfeld beeinflussen und werden im Hinblick auf ihr mögliches Potenzial zur Unterstützung der Lebensqualität untersucht. Sie sollten jedoch etablierte Behandlungen nicht ersetzen und nicht ohne ärztliche Rücksprache zu Änderungen der verordneten Medikation führen.

Aktuelle Forschungsansätze

Da ALS im Verlauf allmählich die für die Bewegung zuständigen Motoneuronen beeinträchtigt, untersuchen Forscher, ob zellbasierte Ansätze dazu beitragen können, die verbliebenen Nervenzellen zu unterstützen und ein günstigeres Umfeld um sie herum zu schaffen. Ziel ist nicht, die neurologische Standardversorgung zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen – indem Prozesse wie Entzündung, zellulärer Stress und eine verminderte Unterstützung der noch vorhandenen Motoneuronen adressiert werden.

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Interne Labortests bei Swiss Medica zeigen, dass zum Zeitpunkt der Qualitätskontrolle etwa 95–98 % der Zellen lebensfähig (viabel) sind. Praktisch bedeutet das: Etwa neun von zehn Zellen im aufbereiteten Produkt sind lebendig und erfüllen die vor der Anwendung erforderlichen Laborkriterien.
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Wie sich Ergebnisse im Alltag zeigen können

Nach der Erfahrung von Swiss Medica zeigen sich Verbesserungen, wenn sie auftreten, am häufigsten im Alltag. Patienten berichten mitunter von einer besseren Gehfähigkeit und Mobilität, einer verbesserten Kontrolle über Arm- und Beinbewegungen, leichterem Schlucken und Sprechen, weniger Erschöpfung sowie einer aktiveren Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen und Alltagstätigkeiten. Ärzte beurteilen diese Veränderungen zusammen mit neurologischen Untersuchungen und Funktionsbewertungen.

Untersuchter potenzieller EffektWie er sich im Zustand des Patienten zeigen kann
Neuroprotektive SignalübertragungKann dazu beitragen, günstigere Bedingungen für die verbliebenen Motoneuronen zu schaffen. Tritt eine Reaktion ein, kann die Muskelkontrolle oder Funktionsfähigkeit des Patienten möglicherweise länger erhalten bleiben.
ImmunmodulationKann helfen, eine übermäßige Entzündungsaktivität im Nervensystem zu regulieren. Dies kann sich in einer stabileren Symptomlast oder einer besseren Verträglichkeit körperlicher Aktivität widerspiegeln.
Freisetzung trophischer FaktorenDiese biologischen Signale können Nervenzellen und die an der Muskelaktivierung beteiligten Verbindungen unterstützen. Patienten bemerken möglicherweise eine bessere Muskelkontrolle oder eine größere Fähigkeit, an Physiotherapie und Alltagsaktivitäten teilzunehmen.
Unterstützung des Umfelds der MotoneuronenKann helfen, die verbliebenen Nervenzellen vor zusätzlichem Stress zu schützen. In der Praxis achten Ärzte dabei auf Veränderungen bei Kraft, Gehfähigkeit, Krämpfen, Faszikulationen, Erschöpfung oder der allgemeinen Funktionsfähigkeit.

Patientenerfahrung: Cosimo aus Italien

Cosimo, ein Patient aus Italien, kam in die Swiss-Medica-Klinik, nachdem seine Muskeln zunehmend steif wurden und seine Bewegungen wie blockiert wirkten, sodass Gehen fast unmöglich wurde. Er war bis vor fünf oder sechs Jahren ein aktiver Amateursportler, bevor er anfing zu hinken – ein klassisches Anzeichen für ein frühes Stadium von ALS. In Italien hatte man ihm gesagt, es gebe keine Behandlung, die helfen könne.

„Nachdem ich mit der Stammzelltherapie begonnen hatte, waren die Faszikulationen verschwunden, und ich bemerkte echte Verbesserungen in meiner Beinmuskulatur und beim Gehen.”

Unser offizieller YouTube-Kanal zeigt über 500 Erfahrungsberichte von Patienten und gibt einen transparenten Einblick, wie Menschen mit ihrer Erkrankung umgehen und welche Rolle eine unterstützende, regenerative Versorgung in ihren persönlichen Geschichten gespielt hat.

Was die Stammzelltherapie nicht versprechen kann

Es konnte bislang nicht gezeigt werden, dass eine Stammzelltherapie bei ALS bereits verlorene Motoneuronen wiederherstellt oder bestehende Schäden rückgängig macht.

Bei Swiss Medica wird regenerative Medizin mit realistischen Erwartungen angeboten. Selbst wenn die Behandlung bald nach dem Auftreten der ersten Symptome von ALS beginnt, kann sie keine funktionelle Verbesserung, eine Stabilisierung der Erkrankung oder ein langsameres Fortschreiten garantieren. Das Ansprechen auf die Behandlung ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich, weshalb mögliche Vorteile, Grenzen und Unsicherheiten stets vor Beginn der Therapie besprochen werden sollten.

Warum eine individuelle medizinische Beurteilung notwendig ist

ALS kann sehr unterschiedlich verlaufen, sodass nicht für jeden Patienten derselbe Behandlungsansatz geeignet ist. Was in einem früheren Stadium sinnvoll sein kann, ist möglicherweise nicht mehr geeignet, wenn sich Atmung, Schlucken, Mobilität oder der allgemeine Gesundheitszustand deutlich verändert haben.

Bei Swiss Medica dient die medizinische Beurteilung dazu, die aktuellen Bedürfnisse, möglichen Risiken und realistischen Behandlungsziele des Patienten zu verstehen. Auf dieser Grundlage entscheiden unsere Ärzte, ob ein unterstützendes zellbasiertes Programm infrage kommt und wie es angepasst werden sollte.

In unseren Protokollen wird die Stammzelltherapie mit einem individuellen Rehabilitationsprogramm kombiniert und nicht als alleinige Behandlung angeboten. Das Programm kann Physiotherapie, Ergotherapie, Atemübungen, Ernährungsunterstützung und weitere Rehabilitationsmaßnahmen umfassen, die darauf abzielen, die Funktionsfähigkeit zu erhalten, die Selbstständigkeit zu unterstützen und die Lebensqualität zu verbessern.

Swiss Medica hospital
Das Swiss-Medica-Krankenhaus bietet ein patientenzentriertes Umfeld, in dem ALS-Patienten die gesamte Versorgung an einem Ort erhalten können. Das Krankenhaus ist vollständig auf Patienten mit eingeschränkter Mobilität ausgerichtet und verfügt über ein barrierefreies Design, das die Fortbewegung im Rollstuhl erleichtert und komfortabler macht.

Mehr über Swiss Medica, das Labor, die klinischen Einrichtungen und den Ansatz zur individualisierten Behandlung neurologischer Erkrankungen erfahren Sie hier.

Ignorieren Sie fortschreitenden Kraft- oder Funktionsverlust nicht

Ein einzelnes Symptom reicht für eine ALS-Diagnose nicht aus. Mögliche erste Symptome von ALS sollten dennoch ernst genommen werden. Eine Schwäche, die anhält, sich allmählich verschlimmert und beginnt, den Alltag zu beeinträchtigen, sollte ärztlich abgeklärt werden.

Denken Sie an drei wichtige Punkte:

  • 1

    Muskelzuckungen, Ungeschicklichkeit oder Schwäche können viele andere Ursachen als ALS haben.

  • 2

    Fortschreitender Kraftverlust, wiederholte Stürze, Sprachveränderungen oder Schluckstörungen erfordern eine Abklärung durch einen entsprechend qualifizierten Facharzt.

  • 3

    Eine frühzeitige Abklärung kann ALS oder eine andere, möglicherweise behandelbare Erkrankung aufdecken und den Beginn eines geeigneten Versorgungsplans ermöglichen.

Kontaktieren Sie uns

Wurde bei Ihnen bereits ALS diagnostiziert, können Sie das Formular ausfüllen und die vorhandenen medizinischen Unterlagen für eine kostenlose Erstbeurteilung einreichen. Unsere Ärzte prüfen, ob ein individuelles Swiss-Medica-Programm infrage kommen könnte, und benennen alle zusätzlichen Informationen, die vor einer Behandlungsentscheidung erforderlich sind.

Dr. Alexandra
Dr. Aleksandra Fetyukhina, MD

Medizinische Beraterin, Ärztin bei Swiss Medica


Häufig gestellte Fragen

Quellen:

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Medical Advisor, Swiss Medica doctor

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